Und so erzähle ich mir mein Leben. Lesung und Gespräch mit Heike Geißler
22. August /17:00 - 23:59
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Alles Leben manifestiert sich in der Erzählung, die wir dafür finden. Doch wie geht das heute? Und welche Rolle können wir, die Gemeinschaft der Lesenden, dabei spielen?
Darüber sprechen wir im Rahmen der partizipativen Lesung »Und so erzähle ich mir mein Leben« mit Heike Geißler am Beispiel ihres neusten Romans Michaela Koolhaas.
»Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder.« So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem Unrecht blutige Vergeltung übt. Sein Rachefeldzug ist noch zweihundert Jahre später Vorbild und Handlungsanweisung für Michaela Kohlhaas, eine stellvertretende Friedhofsverwalterin. Befeuert von erfahrener Willkür und Ohnmacht wird sie zur Aufsässigen. Doch wo Michael Kohlhaas mordet und brandschatzt, ist sie eine große Liebende, die nicht bloß Verbesserung will – sie verlangt Wiedergutmachung und Sühne. Und eine gänzlich andere Einrichtung der Welt.
Heike Geißler, 1977 in Riesa geboren, ist Schriftstellerin. Sie arbeitet auch spartenübergreifend in unterschiedlichen Formationen (Sabotique und GeorgeBele). Dafür erhielt sie den Klopstock-Preis für neue Literatur, den Heinrich-Böll-Preis und den Bayerischen Buchpreis. Sie lebt in Leipzig.
Moderiert wird dieser Abend von Holm-Uwe Burgemann, künstlerischer Leiter von PRÄPOSITION.
Der Eintritt ist frei.

