Havelkarawane

Mit rund 65 Musiker und Musikerinnen
Am 7. Juni verwandelt die Havelkarawane Fluss und Kanäle in schwimmende Musiklandschaft. Musik ist unterwegs auf allem, was schwimmt – und du kannst einfach am Ufer mitlaufen, stehenbleiben und zuhören.
Digitales Progammheft?
Welche Boote mit welchen MusikerInnen fahren erfahrt ihr im Programmheft.

Wie bringt man einen ganzen Fluss zum klingen Frau Menzel?
Wir wollten wissen, wie man eine Stadt zum Klingen bringt – und haben mit Therese Menzel gesprochen. Als Projektleitung ist sie eng in die Planung der Havelkarawane eingebunden. Sie erklärt, was die Veranstaltung besonders macht und warum hier ganz bewusst lokale Musiker*innen im Mittelpunkt stehen.
Im Interview erzählt sie zudem, warum das Format so gut nach Brandenburg an der Havel passt – und was hinter der Idee der Havelkarawane steckt.

Wie würdest du einem guten Freund erklären was die Havelkarawane ist?
Stell dir vor, die Stadt wird für einen Tag zum offenen Konzertsaal – nur eben draußen und am Wasser. Die Havelkarawane heißt: Musik kommt zu den Leuten, auf allem, was schwimmt, und macht an vielen Punkten entlang der Havel Halt.
Du kannst am Ufer entlangziehen, stehenbleiben, zuhören, weitergehen – und überall klingt es anders: von Klassik bis Coverband, von A-cappella bis Jazz. Kurz: ein riesiges Open-Air-Konzert, verteilt über die Wasserwege der Stadt.
Wie kommt man auf diese ungewöhnliche Idee?
Markus Rindt, der Intendant der Dresdner Sinfoniker, hatte die Idee zunächst für die Elbe bzw. das Elbtal in Dresden. Das Projekt fand im Sommer 2021 unter dem Titel „Elbkarawane” sehr erfolgreich statt. Damals fuhren einige Boote los, legten unterwegs an und führten so das Publikum Schritt für Schritt zum Hauptkonzert. Diese Idee inspirierte uns und das Kulturbüro zur „Havelkarawane” in Brandenburg.
Die Stadt Brandenburg an der Havel ist dafür wie gemacht. Nun ist daraus etwas Eigenes und deutlich Größeres geworden: nicht nur ein paar Boote, sondern eine ganze Karawane mit 18 Wassergefährten und über 65 lokalen Musikerinnen und Musikern.
„Wenn jemand sagt: ‚Das geht nicht‘, dann ist das meistens der Moment, wo wir sagen: Dann machen wir’s erst recht.“
Was dürfen die Menschen musikalisch von der Havelkarawane erwarten?
Die Menschen dürfen ein richtig buntes, lokales musikalisches Potpourri erwarten: von klassischer Musik über A-cappella und Operngesang bis hin zu Rock, Pop und Jazz. Es sind Profis dabei, aber auch lokale Bands und Gruppen – genau diese Mischung macht den Tag so spannend. Kurz: An jedem Stopp kann es anders klingen, und ziemlich sicher ist für jeden etwas dabei.
Dass dabei so viele lokale Musiker*innen, Ensembles und Gruppen im Mittelpunkt stehen, ist kein Zufall – es ist genau die Idee des Havelsommers in konzentrierter Form: die kulturelle Vielfalt vor Ort sichtbarer zu machen.
Wie kann man sich den Ablauf vorstellen? Gibt es eine feste Route?
Es gibt geplante Stopps entlang der Havel und der Kanäle, an denen man die Havelkarawane erleben kann. Jedes Wassergefährt fährt eine eigene Route und steuert mehrere Punkte an, sodass an verschiedenen Orten parallel etwas passiert. Und weil auf dem Wasser immer auch Unwägbarkeiten dazugehören, kann sich Timing oder Reihenfolge im Laufe des Tages ein bisschen verschieben.
Wo kannst du zuhören?
Damit du dich gut orientieren kannst, gibt es angestrebte Stopps entlang der Havel und der Kanäle. Jedes Wassergefährt steuert dabei eine eigene, individuelle Route an. Auf der Eventseite zur Havelkarawane findest du den Überblick, an welchen Punkten Stopps geplant sind.

Was sind die größten Herausforderungen in der Planung – und was unterschätzt man an so einem Projekt auf dem Wasser am meisten?
Auf dem Wasser wirkt alles herrlich entspannt – in der Vorbereitung ist es allerdings ein echtes Logistikprojekt. Wir müssen über 100 Beteiligte so koordinieren, dass alle wissen, wo sie wann sein müssen.
Eine Herausforderung ist auch der Strom, und die Versorgung an Board. Genau deshalb wird jedes Wassergefährt quasi zu einem eigenen kleinen Projekt: mit eigener Techniklösung und eigener Planung rund um die Musiker und Musikerinnen.
Die Dresdner Sinfoniker kennen solche „geht das überhaupt?“-Momente gut. In Dresden mussten zum Beispiel manche Instrumente mit einem Bagger auf das Wassergefährt gehoben werden. Wenn jemand sagt: ‚Das geht nicht‘, dann ist das meistens der Moment, wo wir sagen:
„Dann machen wir’s erst recht.“

